29.09.11

Ein Nachtrag geht noch

Die Redaktion hat sich nicht aufgelöst. Sollte jemandem dieser Gedanke gekommen sein, dem ist nicht so. Wir waren in letzter Zeit ziemlich „busy“. Haben gearbeitet, sind weitergereist, haben bei einer Boot Regatta teilgenommen, waren mehr oder weniger surfen und noch vieles mehr...

Aber alles der Reihe nach. In Darwin haben wir unseren ersten Job angenommen. Wir haben für einige wenige Tage einem Unternehmer mit unserer Manneskraft ausgeholfen und sein Boot auf Vordermann gebracht. Das verdiente Geld wurde Großteils in die Reisekasse gesteckt und einen winzig kleinen Teil haben wir für richtiges Bier ausgegeben. Kurz darauf sind wir dann aufgebrochen um neue Gebiete in Australien zu entdecken. Und wie auch schon auf den vorherigen Fahrten haben wir auch dieses Mal wieder jemanden mitgenommen. Unser Wunsch war es ja ein Mädchen bei uns zu haben. Naja, daran sind wir kläglich gescheitert. Ein angehender Autor aus Manchester/England leistet uns mittlerweile Gesellschaft. Nichts desto trotz war/ist die Reise ziemlich aufregend und interessant.

Um von Darwin nach Broome zu kommen, mussten wir die Grenze zwischen Northern Territory und Western Australia passieren. Wie auch schon an vorherigen Grenzen wurde darauf hingewiesen, dass man sich allen Obsts, Gemüse, Pflanzen und Tieren entledigen muss. Dies ist eine Vorbeugeaktion um keine Krankheitserreger in den neuen Staat zu verschleppen. Lediglich dieses Mal wurden wir auch wirklich kontrolliert. Wir hatten zur Vorbeugung sicherheitshalber schon die wichtigsten Lebensmittel ordentlich versteckt und konnten somit mit ruhigem Gewissen zur Durchsuchung antreten. Doch mit dem ruhigen Gewissen war es schnell vorbei, denn wer konnte wissen, dass Zwiebeln zum Gemüse zählen!? Außerdem hatten wir ganz vergessen, dass wir einen 6 kg schweren Sack mit Kartoffeln hinter unserer 2ten Autobatterie aufbewahrt hatten. Die Äpfel hingegen haben wir schnell noch verspeist. Keiner wusste aber in der Folge was jetzt passieren würde. Zur Absicherung und aus der Not heraus, haben wir den Engländer (Aaron) zum Schweigen verdonnert und versucht unseren Charme bei der Politesse spielen zu lassen. Es war ein kläglicher Versuch. Aber er hat trotzdem funktioniert. Wir durften unseren Weg, ohne auf irgendeine Weise bestraft zu werden, fortsetzen. Jedoch nicht ohne, die Kartoffeln wieder unauffällig im Van zu verstauen.

In Western Australia angekommen, haben wir in Kununurra das erste Mal übernachtet und wurden promt vom hiesigen Ranger(in) geweckt. Und da wir letztens ja so überragenden Erfolg mit der Charmetour gehabt hatten, haben wir es gleich ein zweites Mal probiert. Und wieder mit Erfolg. Um ehrlich zu sein, hab ich immer noch keine richtige Ahnung , wie man seinen Charme spielen lässt und was es ausgemacht hat, dass wir noch nie bestraft wurden. Ich tendiere stark zu Mitleid, aber so lange es funktioniert, werden wir es weiter auf so bescheuerte Art und Weise weiterversuchen, wie die letzten Male auch schon. Hoffentlich mit dem gleichen Ergebnis.

Ansonsten haben wir in Kununurra noch unsere ersten Fische gefangen, gegrillt und verspeist. Auf dem Weg nach Broome haben wir einen Abstecher nach Derby gewagt. Dort gab es einen rieseigen Baum zu bestaunen, welcher als Gefängnis gedient hatte. Des Weiteren haben wir versucht „horizontale Wasserfälle“ zu erspähen. Diese wurden in verschiedensten Broschüren in den höchsten Tönen gelobt, blieben für uns aber unsichtbar.

Irgendwann sind wir dann auch in Broome angekommen. Gleich am ersten Tag konnten wir bei einer Boot Race Regatta teilnehmen. Diese Regatta war ein Rennen zwischen mehreren Teams, wobei immer vier gegeneinander starteten. Ein Boot bestand aus 18 Leuten. 16 mussten rudern, einer steuern und einer die Trommel im Rhythmus für die Ruderer schlagen. Wir haben uns zur Überraschung aller, ziemlich gut geschlagen. Gewonnen haben wir zwar nicht, wollten wir ja auch nicht, aber tolle Erfahrung gesammelt. Des Weiteren haben wir ein Speedcar Race besucht, wo uns das Trommelfell ein ums andere Mal geplatzt ist. Und Morgens waren wir surfen. Mehr oder weniger. Wir haben es jedenfalls versucht und unser Bestes gegeben. Zum Schluss sind wir dann auch mehr oder weniger oft auf dem Brett gestanden.

Surfen macht unheimlich viel spaß, aber man bekommt auch irre schnell einen Muskelkater an Stellen, an denen man gar nicht wusste, dass Muskelpartien vorhanden sind. Zum Beispiel auch an den Fingerkuppen, sodass ich die Berichterstattung hiermit beenden muss! ;-)

cu
FOZ

03.09.11

FOZ: van


Ein van ist das herzstück eines jeden backpackers. Es ist sowohl fortbewegungsmittel, heim/zuhause, als auch statussymbol, an dem man sich mit anderen reisenden vergleicht und misst. Dadurch nimmt der kauf des vans einen hohen stellenwert ein. Von größtem vorteil ist dabei das fachwissen. Die meisten backpacker bringen von dem jedoch wenig mit. Genauso wie geld. Deswegen ist es nicht immer einfach einen van zu finden, der den eigenen vorstellungen entspricht und auch noch erschwinglich ist. Wobei letzteres entscheidender ist. An der auswahl scheitert es zumindest nicht.
Deswegen gehört ein bisschen glück und verhandlungsgeschick zu jedem kauf dazu. In kreisen der backpacker erzählt man sich gerne, dass es ab und an vorkommt, dass so mancher aus zeitdruck, aber auch anderen gründen, sein auto einfach am flughafen mit schlüssel abstellt, um noch rechtzeitig den flieger zu erreichen, der einen außer landes bringen soll.
Wer es auf herkömmliche weise versucht, nicht auf den mund gefallen ist und ein bisschen geschick mit sich bringt, hat auch nicht die schlechtesten karten den angegebenen verkaufspreis um ein vielfaches zu drücken bzw. einen entsprechenden van um 500 australische dollar zu erwerben.
Eine weitere möglichkeit bieten die örtlichen unternehmen an. Von jenen kann man oft recht günstig einen altgedienten lieferwaagen erwerben. Das umbauen bleibt dann einem jeden selbst überlassen, mit dem vorteil dass man seine vorstellungen mehr einbringen kann.
Letztendlich unterscheiden sich dann auch alle vans in ihrem innenraum und ihrer ausstattung. Grundlage ist dabei jedoch immer ein möglichst großes bett. des weiteren  sollte er noch über möglichst viel stauraum und platz für die nötigsten küchenutensilien verfügen. Eine eigene spühle und backrohr wird unter luxus verbucht.

02.09.11

Nachtrag II

Eine Cola und ein extra großer Milchshake stehen vor uns. Mein Chefredakteur blättert sich durch den "the guardian" während mir wieder die Arbeit vor dem Computer bleibt. Im Grunde ist die Situation aber doch ziemlich entspannend. Wir sind seit gestern aus dem Outback zurück.

Zurück aus dem Outback, heißt auch zurück in die Zivilisation mit Trinkwasser, Schatten, Duschen und ohne rotem Sand. Wenn mich einer vor geraumer Zeit gefragt hätte, was für mich wichtig ist, dann wären die eben erwähnten Vorzüge der Zivilisation sicher nicht dabei gewesen. Aber man gewöhnt sich hier, oder vielmehr muss man sich hier daran gewöhnen, mit dem Nötigsten aus zu kommen. Wenn man das dann auch schafft, kann das unheimlich viele schöne Momente mit sich bringen.

Aber nun zurück zum Outback. Wir waren am Uluru oder auch Ayers Rock genannt, konnten ihn besteigen, haben das aber nicht vollzählig gemacht, da für manch einen doch der Respekt gegenüber den Aborigines, für welche dies ein heiliger Ort ist, im Vordergrund stand! Nichts desto trotz, haben wir am nächsten Tag die Mt. Olgas besucht. Auch diese sind für die Aborigines heilig, jedoch nicht so bekannt und man kann sie auch nicht wirklich besteigen. Der Rundgang war jedoch faszinierend. Um die Woche im Nationalpark Uluru-Katatjuta schön abzurunden, haben wir noch die tiefen Schluchten mit ihren einzigartigen Gärten im Kings Canyon besucht. Auf der Rückreise sind wir durch Alice Springs gefahren. Von der Stadt und den Einwohnern waren wir nicht so sehr angetan, sodass wir dort nicht langer verweilten. Das selbe gilt für den bekannten Kakadu Nationalpark. Erst außerhalb des Parkes konnten wir Krokodile und Wallabies in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Es blieb aber nicht beim beobachten. So manch Wagemütiger fing sich mit bloßen Händen einen Fisch und verfütterte ihn kurz darauf an ein Krokodill.

Um einiges interessanter gestaltete sich das Abenteuer Litchfield Nationalpark. Er ist bei Touristen nicht so bekannt, aber die Einheimischen schwören auf ihn. Hier verbrachten wir mehr Zeit als geplant, aber die einzigartige Umwelt, mit ihren atemberaubenden Wasserfällen zog uns in ihren Bann. Und zugegeben die Mädchen die wir dort getroffen und die für uns täglich am Morgen Brot gepackt haben trugen auch ihren Teil dazu bei.

Nunja, mittlerweile sind wir in Darwin und genießen das Stadtleben. Wir planen schon unsere Weiterfahrt nach Western Australia. Aber fix ist da noch gar nichts, außer dass wir uns von unserem Dutchy verabschieden müssen. Wir sind aber bereits auf der Suche nach einem neuen Mitreisenden. Unsere Vorstellungen gehen diesbezüglich weit auseinander. Aber wir haben zumindest eine gemeinsame Basis: es sollte ein Mädchen sein.

cu
FOZ
(das mit den Fählern gilt weiterhin)