Da der Chefredakteur dieses Blogs, sich selbst eine schöpferische Pause verordnet hat, fühl ich mich nun in die Pflicht gerufen (genötigt) diesen Blog auf den aktuellsten Stand zu bringen.
Wir haben 7 Wochen in Cairns verbracht. Wobei wir die 2te ausschließlich auf See, zwischen den verschiedenen Riffs des Great Barrier Reef, verbrachten. Nachdem wir unseren Dienst an Bord quittiert hatten, haben wir uns einen Van zugelegt.
Der Van ist ein Ford Econvan Maxi, Baujahr 1996, Kilometerstand ca. 280.000, Farbe Weiß mit geringem Rost. Der Motor in gutem Zustand. Er wurde von zwei Engländern erstanden und verbrachte die ersten Tage in der Werkstatt um das Route Worthy Certification (Straßentauglichkeitszertifikat) zu erhalten. Diese Tage übernachteten wir im Zelt. Und wie es der Zufall so will, waren dies genau die einzigen Regentage bis jetzt. Die Einzigen.
Als wir also unseren Van im besten Zustand zurück erhielten, machten wir uns auch schon auf den Weg um die Gegend um Cairns zu erkunden. Der erste Stop war Cape Tribulation. Eine abgeschiedene Gegend, welche nur über eine Fähre erreichbar ist. Cape Tribulation ist bekannt wegen des Regenwaldes, welcher bis ans Meer reicht. Wir verbrachten dort mehrere Tage und bestiegen auch den höchsten Berg der Insel. Mount Sorrow. Er ist mit unseren heimatlichen Bergen überhaupt nicht zu vergleichen. Er ist lediglich 650 Meter hoch und überwuchert von Regenwald. Aber lasst euch gesagt sein, dieser Hügel bringt sogar geübte Bergsteiger ins Schwitzen. Vor allem wenn man für 2 Personen lediglich einen halben Liter Wasser mit sich führt. Dies sollte sich als gravierender Fehler herausstellen. Man wandert über Bäume und Wurzeln und zu guter Letzt folgt auch noch ein steiler Anstieg, der sich über gefühlte 5 km zieht. In Wahrheit war es zwar nur 1 km, jedoch bei einer Steigung von 80% treibt es einem schon mal den Schweiß in die Augen.
Auf dem Rückweg von Cape Tribulation besuchten wir noch die Stadt Pourt Douglas, welche überhaupt nicht der Rede wert ist und eine Krokodilfarm. Wir konnten bestaunen wie Krokodile und in welcher Umgebung sie aufgezogen werden (müssen). Nebenbei konnten wir auch noch Koalas, Cassowaries, Wallabys, Kängurus beobachten.
Damit sich unser Aufenthalt nicht zu langweilig gestaltet, sind wir auch noch zum Skydiven gegangen. Skydiven heißt so viel wie Freier Fall aus 4,8 km Höhe. Das ganze fand an einem leicht verregneten Nachmittag statt. Wobei wir eigentlich Glück mit dem Wetter hatten, denn in Skydiverkreisen ist ein verregneter Tag besser, da man die Geschwindigkeit des Freien Falls besser einschätzen und sich durch die Wolken stürzen kann.
Aber wir sind ja nicht nach Australien gekommen um uns nur in einer Region aufzuhalten. Deshalb haben wir uns kürzlich auf den Weg nach Alice Springs gemacht um den Uluru/Ayers Rock zu begutachten. Für diesen Ausflug über mehrere tausend Kilometer haben wir noch einen Bekannten aus Holland gutmütiger Weise aufgenommen. Wir nennen in der Einfachheit halber Dutchy (sprich „Datschie“). Wir wollten uns jedoch nicht auf den Weg machen ohne die Hot Springs (Bach dessen Temperatur bei 70° liegt) und den bekannten Millaa Millaa Falls mitzunehmen. Die Millaa Millaa Falls sind deshalb bekannt, weil sie nicht nur wunderschön sind, sondern auch weil sie zum Drehort für eine Werbespot einer bekannten Shampoomarke wurden.
Aufgrund dieses Ausfluges mussten wir einen anderen Weg Richtung Mittelpunkt des Outbacks nehmen. Dieser ist aber eigentlich nur für allradbetriebene Fahrzeuge geeignet. Leider haben wir das erst zu spät herausgefunden und mussten uns mit 30 km pro Stunde durch Bäche und Sümpfe kämpfen. Und das sage und schreibe einen Tag lang!
Mittlerweile haben wir den gepflasterten Highway gefunden. Dabei beeindruckt die Landschaft. Man mag gar nicht vermuten wie schön das Outback trotz seiner Verlassenheit sein kann. Einziges Manko, man fährt stundenlang gerade aus, ohne auf eine Ortschaft zu treffen. Klingt nicht schlimm. Ist es aber, denn wenn man mit einem Van oder auch sonst einem Auto fährt, braucht man bekanntlich Treibstoff. Nun kann es hier aber vorkommen, dass man mit einem vollen Treibstofftank nicht von einer Tankstelle zur nächsten kommt, da dazwischen 650 km kurvenloser, purer australischer Ter liegt.
Ich hoffe, dass sich mein Chefredakteur schnell erholt und sich seines schreibtechnischen Talentes bewusst wird [;-)], dann werden interessante Updates folgen, ansonsten werdet Ihr wohl oder übel mit mir vorlieb nehmen müssen.
cu FOZ
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